Die Arbeit

„Es gibt hier nur Menschen, die ein und dasselbe
Ziel verfolgen: die Fähigkeit zu sein.“

Arbeit an sich selbst - für eine harmonische Entwicklung

Zur „Arbeit an sich selbst“ ruft uns die Gurdjieff-Lehre auf –
eine spirituelle Theorie und Praxis, die von George I. Gurdjieff (1866-1949)
aus verschiedenen Kulturen und spirituellen Quellen zusammengetragen, weiterentwickelt
und dem Verständnis des modernen Menschen entsprechend von Lehrer zu Schüler direkt weitergegeben wird.

Die „Arbeit an sich selbst“ schafft ganz praktisch und nachvollziehbar die Voraussetzungen für das,
was jeder wahrhaftig Suchende sich zutiefst ersehnt:

Echtes und tiefes Wahrnehmen, ehrliche und befriedigende Beziehungen,
das allmähliche Erwachen aus der Dumpfheit von Gewohnheit und Schlaf,
inneres Wachstum und Reife,
das Erkennen was wirklich ist,
fähig – zu sein:
einfach - klar - empfänglich - still - kreativ - wach.


Die Arbeit

Was bedeutet Arbeit an sich selbst?

In Gurdjieffs "Beelzebubs Erzählungen an seinen Enkelsohn" heißt es:

Als dieses später heilige Individuum Belkultassy sich einmal - nach dem Brauch aller normalen Wesen - Betrachtungen hingab und seine Gedanken-Assoziationen auf sich selbst konzentrierte, das heißt auf Sinn und Ziel seiner eigenen Existenz, er plötzlich empfand und erkannte, daß der Prozeß des Funktionierens seines ganzen Bestandes bis dahin nicht so vor sich gegangen war, wie er gesunder Logik nach hätte vor sich gehen sollen.

Diese unerwartete Feststellung erschütterte ihn so tief, daß er von dieser Zeit an sich ganz dem Bestreben widmete, sich dies um jeden Preis zu erklären und es vollends verstehen zu lernen.

Zuerst beschloß er, ohne Aufschub ein solches ,Können' zu erwerben, das ihm die Kraft und Möglichkeit, vollends aufrichtig mit sich selbst zu sein, verleihen würde, das heißt fähig zu sein, jener Impulse Herr zu werden, die schon zur Gewohnheit im Funktionieren seines allgemeinen Bestandes geworden waren durch viele heterogene Assoziationen, die in ihm durch alle möglichen zufälligen Schocks von außen und auch spontan in ihm entstanden waren, nämlich Impulse, genannt ,Selbstliebe', .Stolz', .Eitelkeit' und so weiter.

Und als er nach unglaublichen sogenannten 'organischen und psychischen Anstrengungen' dies erreicht hatte, dachte er, ohne die seinem Bestand eigen gewordenen Seinsimpulse zu schonen, angestrengt nach und erinnerte sich, wann und welche verschiedenen Seinsimpulse während seiner früheren Existenz, jemals in seinem Bestande aufgetreten waren und wie er bewußt oder unbewußt auf sie reagiert hatte.

Indem er sich so analysierte, erinnerte er sich jener Impulse, die in seinen selbständigen vergeistigten Teilen, das heißt in seinem Körper, in seinen Gefühlen und in seinen Gedanken die eine oder andere Reaktion hervorgerufen hatten, und wie es auf seinen Wesenskern gewirkt hatte, wenn er auf etwas mehr oder weniger aufmerksam reagierte, und wie und wann er in seinen Reaktionen mit seinem 'Ich' sich bewußt oder lediglich automatisch, nur von seinem Instinkt geleitet, geäußert hatte.

Als dieser Träger des späteren heiligen Individuums Belkultassy auf diese Weise damals sich aller seiner früheren Wahrnehmungen, Erlebnisse und Äußerungen erinnerte, stellte er deutlich fest, daß seine äußeren Manifestationen weder seinen Wahrnehmungen noch den sich in ihm bildenden Impulsen entsprachen.

Ferner machte er dieselben aufrichtigen Beobachtungen an seinen Eindrücken, sowohl an den von außen kommenden als auch an den sich in seinem Inneren bildenden, die sein ganzer Bestand wahrnahm, und er überprüfte mit der gleichen allseitigen bewußten Beobachtung, wie diese Eindrücke von seinen einzelnen vergeistigten Teilen wahrgenommen wurden, wie und bei welchen Gelegenheiten sie von seinem ganzen Bestande erlebt und für welche Äußerungen sie zu Impulsen wurden.

Diese allseitigen bewußten Beobachtungen und unparteiischen Feststellungen überzeugten Belkultassy schließlich endgültig davon, daß etwas in seinem ganzen Bestande nicht so vor sich ging, wie es gesunder Seins-Logik nach vor sich gehen sollte.


Wenn du zu ähnlichen Gedanken oder Schlussfolgerungen über dich selbst gekommen bist, oder wenn du auch nur neugierig geworden bist, die Arbeit kennenzulernen, dann sei herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam in einer Gruppe und mit unserer und gegenseitiger Hilfe...

  • deine Gedanken-Assoziationen auf dich selbst zu konzentrieren
  • über den Sinn und Zweck deiner eigenen Existenz nachzudenken
  • den Prozess des Funktionierens in deinem ganzen Bestand zu beobachten
  • zu erkennen, ob und wieweit dein ganzes Funktionieren nicht so vor sich geht, wie es gesunder Logik nach vor sich gehen sollte
  • nach Mitteln und Wegen zu suchen, das Unwünschenswerte in deinem Bestande zu entfernen
  • und so zu werden, wie du nach gesunder Seins-Logik sein solltest

Das ist der Wunsch und das Anliegen unserer Arbeit - das für uns selbst und mit anderen gemeinsam praktisch zu tun.


Wie arbeiten wir an uns selbst?

Die Arbeit an uns selbst erfordert als erstes einen besonderen Raum. Wir nennen es Workshop und bieten Zusammenkünfte von Menschen, die an sich selbst arbeiten wollen, regelmäßig und kontinuierlich seit Jahren an.

Wir reden miteinander, wir lernen und diskutieren bestimmte Aspekte der Gurdjieff-Lehre und ähnlicher spirituellen Lehren, die sich auf die Arbeit an sich selbst beziehen.

Wir praktizieren und üben die Gurdjieff-Bewegungen, die Teil der Gurdjieff-Lehre sind - als eindruckvolles und herausforderndes Werkzeug für die Arbeit an sich selbst.

Wir meditieren und atmen gemeinsam, singen und essen und tauschen uns aus über unsere Erkenntnisse und Schwierigkeiten, Wünsche und Erfahrungen, über unsere Sehnsucht und unsere Suche.

Die Arbeit an sich selbst und die Praxis der Gurdjieff-Bewegungen führt zurück
tief in die eigene Mitte – zurück zu sich selbst und zur Stille des Herzens.

Die Movements

Gurdjieff-Bewegungen sind rituelle Tänze und Meditationen in Bewegung, die George I. Gurdjieff entworfen hat. Diese Bewegungen werden in einer Gruppe geübt und getanzt.

Eine Gurdjieff-Bewegung besteht aus mehreren im Grunde einfachen, oft aber ungewohnten Bewegungsabläufen der einzelnen Körperteile – Füße, Arme, Kopf, Rumpf etc. Im Zusammenspiel ergeben sie ein teilweise komplexes und meist wunderschönes Bild und stellen den Tanzenden vor eine große Herausforderung.

Ich werde gewahr, dass die Koordination von verschiedenen Bewegungen meines eigenen Körpers doch nicht so ganz einfach ist wie gedacht. Gebe ich mich diesen Bewegungen ganz hin und bleibe dabei wach, aufmerksam und entspannt, erlebe ich Momente einer besonderen inneren Balance, 

Harmonie und Ausgeglichenheit, die weitreichende und tiefgehende Konsequenzen auf mein Dasein im Alltag haben kann.

Jede der Bewegungen hat ihre ganz eigene Stimmung und tiefere Bedeutung, die nur in der Bewegung selbst erfahren werden kann. Es gibt mehrere hundert Bewegungen und vorbereitende Übungen mit unterschiedlichsten Qualitäten.

Die Musik zu den Bewegungen ist ebenfalls von Gurdjieff erschaffen worden. Sie ist zumeist Klaviermusik und manchmal auch Orchestermusik mit ihrer ganz eigenen Stimmung, großer Tiefe und Klarheit.

Das regelmäßige Praktizieren und Üben der Gurdjieff-Bewegungen führt zu einem tieferen Verständnis meiner selbst - zu verbesserter Koordination und mehr innerer Balance, zu größerer Klarheit und mehr Bewusstsein für das eigene Funktionieren und Erleben.

Mit ihrem besonderen Zauber und ihrer Herausforderung entführen uns die heiligen Tänze von Gurdjieff in einen meditativen Raum der Achtsamkeit und Disziplin, der Wahrnehmung und des Fühlens, der Selbsterkenntnis und Stille. 

Das gemeinsame Bewegen und Tanzen in der Gruppe unterstützt und trägt uns in der Begegnung mit Freude und Ungeduld, Selbstbildern und Idealen, der Lust am Bewegen und den automatischen, eingefahrenen Bewegungsmustern, der Sehnsucht nach Ausgeglichenheit und Harmonie.


Ohne Selbsterkenntnis, ohne Verständnis der Arbeit und der Funktion seiner selbst kann ein Mensch nicht frei sein,
kann er sich selbst nicht lenken –
wird er immer ein Sklave bleiben und der Spielball der Kräfte, die auf ihn wirken.

G.I. Gurdjieff

Sa
16
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„Arbeit an sich selbst”

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